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Die Mitglieder des DEB haben am Samstagnachmittag in Frankfurt einstimmig für eine neue Satzung gestimmt und den Verband damit vor einer Insolvenz gerettet. DEB-Präsident Franz Reindl konnte sich unmittelbar nach der Abstimmung bildlich den Schweiß von der Stirn wischen. Erleichtert sagte er: "Da lacht das Herz wieder. Ich bin sehr glücklich und sehr dankbar für die Zusammenarbeit und die Unterstützung. Es macht mich stolz, dass die Eishockeyfamilie ein Zeichen nach außen setzt. Jetzt geht die Arbeit erst richtig los, aber das macht ja auch Spaß."

Nach kontroversen Diskussionen eröffnete am Nachmittag ein Vorstoß von Lutz Michel, Präsident des sächsischen Eishockeyverbandes, die Tür zur Einigung. Er regte eine Zwischenbesprechung aller LEV-Präsidenten mit dem DEB-Präsidium an, bei der strittige Punkte geklärt werden konnten und Änderungen in den Satzungsentwurf aufgenommen wurden. Kurz vor der Abstimmung hatte Michel noch vom "Wunder von Frankfurt" gesprochen, falls der Satzungsentwurf positiv beschieden würde. Vor der Abstimmung hatten sich auch die Clubvertreter noch einmal mit dem DEB-Präsidium zu Beratungen zurückgezogen.

Schließlich wurden die neue Finanz-, die Geschäfts-, die Gebühren- und auch die Spielordnung einstimmig mit 283 Ja-Stimmen und ohne Enthaltung sowie Nein-Stimme angenommen. Nur beim Punkt Veräußerung der Immobilie am Betzenweg (Verbandszentrale) gab es erst nach nochmaliger Beratung einen positiven Beschluss. 152 Ja-Stimmen standen schließlich 123 Enthaltungen und 8 Nein-Stimmen (der LEV Bayern und Nordrhein-Westfalen) gegenüber. Hier liegt allerdings noch ein kleines Hindernis: Für die Finanzordnung müssen die LEV bei ihren Mitgliedern bis zum 1. September die Zustimmung einholen. Selbst wenn einige Landesverbände jedoch mit Nein stimmten, käme es wieder auf die Mehrheit an.

Die Satzungsänderung hat eine neue Stimmenverteilung zur Folge: Bislang hielten DEB-Mitglieder und LEV je 50 Prozent. Die Clubs der DEL und DEL2 werden nun (wieder) Mitglied beim DEB. Sowohl die DEL-Clubs als auch die Landesverbände haben nun ein Drittel der Stimmen, ein Sechstel geht an die DEB-Mitgliedsvereine und die DEL2-Clubs. Bei nochmaligen Satzungsänderungen besitzen sie eine Sperrminorität, wenn sie innerhalb ihrer Gruppe (beispielsweise acht Clubs von 14 in der DEL) eine Mehrheit erreichen. Das heißt: Niemand kann ohne die Zustimmung einer anderen Gruppe etwas beschließen oder ändern lassen.

Vor der Einigung hatte es nach einem Konfrontationskurs ausgesehen, denn es hatte sich angedeutet, dass die Landesverbände aus Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg gegen den Vorschlag des DEB stimmen würden. Sie hätten mit ihren Stimmen für eine Ablehnung sorgen können. DOSB-Präsident Alfons Hörmann hatte schon vor der Versammlung in einem offenen Brief um Zustimmung für das neue Konzept geworben.

Welch verheerende Folgen dies nach Ansicht des Präsidiums für den Verband gehabt hätte, hatte DEB-Vizepräsident Berthold Wipfler (verantwortlich für Finanzen/Nachwuchs) den anwesenden Vertretern schon am Mittag bildlich deutlich gemacht. "Ohne einen positiven Satzungsbeschluss geht es in wenigen Wochen zum Insolvenzgericht. Wir brauchen jetzt eine schnelle Notoperation um den Patienten zu retten. Für Schönheitsoperationen ist Zeit, wenn der Patient wieder stabil ist."

Michael Bauer/Torsten Weiß

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